Samstag, 24. Februar 2018
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Das Massaker von Srebrenica – 20 Jahre danach

Vor 20 Jahren ermordeten serbische Soldaten in dem bosnischen Ort Srebrenica mehr als 8.000 muslimische Jungen und Männer. Die UN sah zu.

Am 11. Juli 1995 nahmen serbische Einheiten die Stadt Srebrenica unter Führung des Militärchefs Ratko Mladić ein und töteten mehr als 8.000 muslimische Bosnier, Männer und Jungen.

Die Vereinten Nationen hatten das Gebiet rund um Srebrenica zur UNO-Sicherheitszone („safe area“) erklärt, in der niederländische Truppen Sicherheit gewährleisten sollten.

Vor den Augen der UN-Soldaten fand das größte Verbrechen gegen die Menschlichkeit seit Ende des Zweiten Weltkriegs statt.  In Massenexekutionen wurden mehr als 7.000 Bosniaken ermordet.

Dass der Völkermord in einer UN-Schutzzone geschah, demonstrierte auf grausame Art und Weise das Unvermögen der Vereinten Nationen.

Erst Jahre später wurde Ratko Mladić für das Massakers von Srebrenica  vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal angeklagt und zu einer hohen Strafe verurteilt.

Die UN scheint jedoch weiterhin über dem geltenden Recht zu stehen. Alle Klagen der Angehörigen gegen die UN sind gescheitert. Das Berufungsgericht in Den Haag lehnte im April 2015 eine Anklage gegen die UN-Kommandeure in Srebrenica ab, die bei dem Völkermord untätig zugeschaut hatten.

Alle bisherigen Versuche, die damaligen UN-Truppen für Ihre Untätigkeit in die Verantwortung zu nehmen, blieben ohne Erfolg.

Es macht uns immer noch fassungslos, dass dieser Massenmord damals von der Welt hingenommen wurde. Die Verantwortlichen für die Tragödie von Srebrenica sind bekannt: – der damalige Generalsekretär der UN Kofi Annan, sein Unterhändler in Bosnien Jasushi Akashi. Im Weltsicherheitsrat blockierten Briten, Franzosen und Russen eine Gegenaktion der Nato. Trotz all dieser Tatsachen wurde bisher niemand zur Rechenschaft gezogen.

Auf dem Gelände, auf dem am 11. Juli 1995 mehr als 30.000 Menschen Zuflucht bei den UN-Truppen suchten, befindet sich heute ein riesiger Friedhof. In Ihrer Verzweiflung waren mehr als 30.000 Menschen hierher geflüchtet – doch niemand kam ihnen zu Hilfe.